Es ist schon merkwürdig: das Wahlfieber lässt dramatisch nach, zumindest bei mir.

Die Wahl in Bremen kann ich getrost abhaken, nicht nur weil ich kein Bremer mehr bin, aber eben auch weil sich wenig ändern wird. Das ist es fast völlig wurscht, wo man sein Kreuz macht, oder für oder gegen die Bebauung der Rennbahn ist. Ein Kandidat, der IT-Spezialist ist, hätte mal eine Chance verdient. Aber wenn sich Berlin das als großen Erfolg anrechnet, dann liegen die Parteien mit dem „C“ total daneben. Ich will kein Weiter-so!

 

Und die Europawahl? Ich werde wählen gehen! Mir gefällt vieles von dem, was die Randparteien im Programm haben. Aber ich werde die Partei wählen, die Europa voranbringen will durch eine Wirtschaftsunion (die haben wir), durch eine Währungsunion (haben wir ungefragt auch bekommen) und – jetzt – eine Sozial- und Rechtsunion. Das nennt man „Nationbuilding“! Mir ist egal, ob die Hauptstadt Brüssel, Straßburg oder Papenburg wird. Mir ist auch ziemlich schnutzt, ob alle mitmachen oder lieber ihren eigenen Weg gehen wollen. Ein Kern-Europa wäre auch ein Anfang.

Das Demokratie-Defizit Europas muss weg. Wir brauchen eine parlamentarische Demokratie in Europa. Das Europa-Parlament entscheidet, der Ministerrat beschliesst. Das klassische Model der Legislative, Judikative und Exekutive, sauber von einander getrennt.

Nach der gestrigen „Markus Lanz“-Sendung sehe ich jedoch schwarz, dass Europa das jemals erreichen wird. Das Bildungssystem, das deutsche zumindest, ist bereits still und zu leise zusammengebrochen. Die Verdummung ist auf dem Vormarsch. Es entsteht eine verfügbare Masse, die jedem hinterherläuft, der „Freibier für alle!“ ruft.

Demnächst: Freibier für alle