Die Europäische Union verpflichtet Deutschland dazu, 2021 eine Volkszählung durchzuführen. Jetzt hat die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der genau skizziert, wie der sogenannte Zensus in zwei Jahren durchgeführt werden soll und was sich die Bundesregierung von den Daten verspricht. 

Neben der Ermittlung der Einwohnerzahl wird auch „eine Reihe von soziodemografischen Basisdaten zur Bevölkerung, ihrer Erwerbstätigkeit und ihrer Wohnsituation statistisch“ erfasst und ausgewertet. Dazu zählen „Gebäude- und Wohnungszählung, eine Haushaltsbefragung auf Stichprobenbasis und Erhebungen an Anschriften mit Sonderbereichen.“ Diese Daten bilden demnach „eine unabdingbare Planungsgrundlage für die Erfüllung staatlicher Aufgaben“. 

Wie der Zensus 2011 werde auch 2021 auf eine „registergestützte Erhebung“ gesetzt. Dabei werden vorhandene Verwaltungsdaten genutzt und nur dann durch Erhebungen ergänzt, wenn „für bestimmte Merkmale“ nicht genügend Daten vorliegen. Dieses Vorgehen soll auch dafür sorgen, dass die „Belastung der Bürgerinnen und Bürger und der Unternehmen möglichst gering“ gehalten werden kann. 

Eine solche Zählung kostet sehr viel Geld und Zeit. Für Bürger wird „durch die Teilnahme an den Erhebungen ein einmaliger Zeitaufwand von rund 8,2 Millionen Stunden sowie rund 3,1 Millionen Euro einmaliger Sachaufwand“ erwartet. Bei der Wirtschaft sieht die Bundesregierung rund 10 Millionen Euro Bürokratiekosten. 

Für die Verwaltung sieht der Gesetzentwurf Gesamtkosten von 994 Millionen Euro vor, die sich unter anderem auf die Statistischen Bundes- und Landesämter, das Informationstechnikzentrum Bund und andere Bundesbehörden verteilen. Während der Bund mit 238,4 Millionen Euro rechnet, sollen die Länder mit 722 Millionen Euro den Löwenanteil der Kosten tragen. Die erforderliche technische Infrastruktur wird dabei vom Bund betrieben und von den Ländern gestellt. „Zentrale IT-Umgebung, die notwendigen Anwendungen und deren Einbindung in die IT-Umgebung“ muss also der Bund aus seinem Budget realisieren. 

Diese Daten werden bei der Volkszählung 2021 von Meldebehörden übermittelt:

  • Ordnungsmerkmal im Melderegister
  • Familienname, frühere Namen, Vornamen und Vornamen vor Änderung, Doktorgrad
  • Straße, Straßenschlüssel, Hausnummer und Anschriftenzusätze, Vorname und Name des Wohnungsinhabers
  • Wohnort, Postleitzahl und amtlicher Gemeindeschlüssel
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort
  • bei im Ausland Geborenen: Geburtsstaat
  • Geschlecht
  • Staatsangehörigkeiten
  • Familienstand
  • Wohnungsstatus
  • Anschrift in der Gemeinde, aus der die Person zugezogen ist
  • Datum des Beziehens der Wohnung
  • Datum des Zuzugs in die Gemeinde
  • Herkunftsstaat bei Zuzug aus dem Ausland
  • Datum der Anmeldung
  • Datum des Wohnungsstatuswechsels
  • Familienname, Vornamen, Geburtsdatum, Geschlecht und Ordnungsmerkmal des Ehegatten oder des Lebenspartners
  • Familienname, Vornamen, Geburtsdatum, Geschlecht und Ordnungsmerkmal der minderjährigen Kinder
  • Familienname, Vornamen, Geburtsdatum und Ordnungsmerkmal der gesetzlichen Vertreter
  • Datum der letzten Eheschließung oder Begründung der letzten Lebenspartnerschaft
  • Datum der Auflösung der letzten Ehe oder der letzten Lebenspartnerschaft
  • Information über freiwillige Anmeldung im Melderegister,
  • Sterbedatum
  • Datum des Auszugs aus der Wohnung
  • Datum der Abmeldung
  • Rechtliche Zugehörigkeit zu einer öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft
Lasst Euch zählen, messen und wiegen