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Bremen Zwei könnte ständiger Begleiter werden

„Bremen Zwei ist das neugierige, inspirierende und anspruchsvolle Programm von Radio Bremen. Neugier ist der Kern dessen, was uns in unserer Arbeit antreibt: Egal ob Musik, Wort, Events – wir sind stets offen für Ungehörtes und Überraschendes. Neue Themen, neue Künstler, neue Musik – dafür stehen wir, das bekommen Sie bei uns.“

So beschreibt Radio Bremen sein zweites Hörfunkprogramm, welches im August d.J. aus dem NordwestRadio von RB und NDR hervorgegangen ist. Früher habe ich hin und wieder NordwestRadio gehört, jetzt läuft RB Zwei ständig bei mir. Ich mag ein unaufdringliches Kulturprogramm mit regionalem Bezug, was auch die aktuelle Information und die Nachrichten nicht vernachlässigt. Bremen Zwei ist nicht irgendwie abgehoben, sondern dicht bei den Hörern, und es hat bereits in den ersten Wochen bewiesen, dass Bremen mehr als nur Werder ist. Endlich mal wieder längere Features, Gespräche und andere Beiträge – einfach mal Zeit zum Zuhören.

Das Musikprogramm ist breit gefächert, weit ab vom Dudelfunk-Formatradio. Es spricht, wie in den guten alten Zeiten, auch die Klassik- und Jazz-Liebhaber an. Der Schwerpunkt liegt auf Singer/Songwriter. Da würde ich mir allerdings etwas mehr Mainstream und vielleicht auch mal ein paar deutschsprachige Titel wünschen. Es gibt auch in Deutschland gute Singer/Songwriter, die auf den bekannten Schlagerwellen keinen Platz finden. In fast regelmässigen Abständen muss ich Bremen Zwei verlassen und einfach mal wieder auf Bremen Eins oder NDR 2 zurück. Dann ist mir die Musik auf Bremen Zwei zu eintönig und einseitig. Zugegeben, man kann es nicht allen recht machen, denn Musik ist nun einmal Geschmackssache. Und es gibt mittlerweile tausend andere Wege für die „eigene“ Musik.

Wie dem auch sei, Bremen Zwei könnte mein ständiger Begleiter werden. Radio Bremen hat mit dem Macher- und Moderatorenteam einen guten Griff getan und die Wortbeiträge und Features sind „erste Sahne“.

Bremen Zwei im Netz

„Bremen 2“ wird ans Tageslicht gehievt

Radio Bremen hat sich entschlossen sein Profil zu schärfen. Darum heißt das Nordwestradio von Radio Bremen ab 12. August wieder Bremen Zwei. Obwohl das Nordwest-Radio eines der besten Radioprogramme in Deutschland ist, kennt es selbst in Bremen nur jeder Vierte. Im nicht-bremischen Sendegebiet von Radio Bremen – und das ist eine ganze Menge – kennt es noch nicht einmal jeder Vierte. War es ein Fehler ein Radioprogramm Nordwestradio zu nennen, was per UKW noch nicht einmal den ganzen Nordwesten incl. der Ostfriesischen Inseln erreicht? Sicherlich wurde hier eine Chance vertan. Insbesondere der Geldgeber NDR wollte natürlich keine Konkurrenz auf dem eigenen Territorium finanzieren.

Das soll sich nun durch den an die „Flottenstrategie“ anschließenden neuen Namen „Bremen 2“ und die Schärfung des Programmprofils – u.a. mit einem höheren Liveanteil und neuen Musiksendungen – ändern. Man darf gespannt sein, ob hier ein weiteres Formatradio der Marke „billig produziert“ aus der Redaktion agil, debil, senil ans Tageslicht gehievt wird.

Am Samstag und Sonntag sendet Bremen Zwei jetzt tagsüber (samstags von 07.00 – 18.00, sonntags von 08.00 – 18.00) live. Bisher waren die Sendungen am Wochenende weitgehend voraufgezeichnet. Nun wird Bremen Zwei auch am Wochenende in gewohnter Qualität aktuell, hintergründig und pointiert über das Welt- und Kulturgeschehen in Bremen, Bremerhaven und der Region berichten. Die journalistischen Programmflächen werden damit – im Vergleich zum alten Nordwestradio – deutlich ausgedehnt.

 

Bremen Zwei verspricht ein Programm für Neugierige, will überraschen und inspirieren. Dabei soll Altbewährtes mit Neuem verquickt werden. In einem „Podcast Lab“ (mittwochs, 21.00 – 22.00) wird versucht, die junge Podcastszene ins „alte“ Medium Radio zu bringen. Die Hörspielredaktion produziert erstmals serielle Hörspiele, die vorab als Podcasts angeboten werden. Auch in den sozialen Netzwerken wird Bremen Zwei verstärkt aktiv werden. So wurde mit „Stars on Radio“ ein Bewegtbildformat entwickelt, das die historischen Schätze des Radio Bremen Archivs als animierte Comicstrips wieder belebt.

Gut eingeführte Programmstrecken wie das Tagesprogramm von Montag bis Freitag bleiben unverändert. Bekannte Programmmarken des Nordwestradios wie Hörspiel und Feature, die Sendung „Mare“, das Talkformat „2nach1“ bleiben erhalten und werden weiter entwickelt. Allerdings wagt Bremen Zwei auch neue Wege: Der Sender verzichtet bewusst auf die Übertragung des Gottesdienstes am Sonntagmorgen. An gleicher Stelle (sonntags, 10.00 – 11.00) gibt es stattdessen eine innovative, mit der evangelischen und katholischen Kirche zusammen entwickelte Programmstrecke zu Glaubens- und Kirchenthemen.

 

Bremen Zwei hat sich einem modernen, offenen und lässigen Kulturbegriff verschrieben. Programmleiter Karsten Binder: „Kultur meint am Ende das, was den Menschen in ihrem Leben Sinn gibt. Wir haben den Kulturbegriff deshalb geweitet. Wir sprechen über die politische Kultur, ebenso wie über Esskultur oder die Spielkultur im Fußball. Wir haben in diesem Sinne bei jedem Thema die ‚Kulturbrille‘ auf und gucken mit dem zweiten oder dritten Blick auf die Ereignisse. Die Menschen verlangen ja nach Denkanstößen, nach Futter, auch nach Genuss für den Geist. Das kann mal ein spannendes Feature sein, das kann auch der fundierte Kulturtipp sein.“

Schon gehört: Schwarzlicht.Club

Das ist mal eine Streaming-Webseite nach dem Geschmack vieler Hörer, vor allem Rock-Metal-Pop- und Electronika-Freunde kommen auf Ihre Kosten. Die Playlisten liegen als m3u, pls und asx vor. Auf der Seite selbst gibt es als Alternative einen Player und eine Anzeige „Was läuft?“ – Ich schätze mal die Musik ist für jüngere Nutzer (<30) gedacht, aber auch die älteren Semester kommen auf ihre Kosten.

Ein heisser Streaming-Tip:  http://schwarzlicht.club/