Archiv der Kategorie: Internet

Mal ein Wort zu Facebook

Facebook bezeichnet sich selbst gern als „Community“ (als Gemeinschaft). In einer Gemeinschaft aber finden alle Gehör und alle bestimmen mit. Das ist bei Facebook nicht der Fall und auch nicht beabsichtigt. Facebook ist ein Wirtschaftsunternehmen, was allein auf Gewinnmaximierung abzielt. Das Unternehmensziel ist es aus der Bequemlichkeit der Zeitgenossen Geld zu ziehen, u.a. durch exakt auf Personen zugeschnittene Werbung. Facebook muss ein Datenkraake sein, um die nötigen Nutzerdaten zu erhalten – und zu verkaufen. Und Facebook kauft Unternehmen, um Nutzer innerhalb des Facebook-Universums zu halten. Für viele Menschen ist es neu, dass Facebook eben nicht das Internet ist, sondern nur ein erfolgreiches Unternehmen innerhalb des Internets. Für viele ist es vielleicht neu: man muss noch nicht einmal einen Account bei Facebook haben, um genau von Facebook verfolgt zu werden. Sogar ein nagelneuer Rechner schafft nur zwei oder drei Minuten, bevor er per Browser in die Fänge von Facebook gerät.

Zeit ist Geld für Facebook. Je länger ein Nutzer auf den FB-Seiten gehalten wird, um so größer wird der Profit für Facebook. Mitbestimmung der Nutzer ist nicht vorgesehen. Da Facebook aber von Algorithmen beherrscht wird und fast auschliesslich damit arbeitet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass aufgrund der Datenflut über kurz oder lang falsche Entscheidungen getroffen werden. Und dann ist Facebook eine Internet-Legende.

Ich selbst kommunizieren zwar über Whatsapp (gehört zu Facebook!), selten aber über Facebook. Diese Seite ist für mich nur eine Projektionswand für das, was ich über Buffer in die Welt blase.

Fernsehen und Erinnerungen

Als Kind bin ich möglicherweise den Nachbarn auf den Wecker gefallen, denn ich suchte die Tanten und Onkels immer zu der Zeit auf, wenn „RinTinTin“, „Ivanhoe“ oder „Isar 12“ im Fernsehkasten lief. Draussen wurde die Mauer gebaut und die Erwachsenen sorgten sich wegen Kuba. 1963 bekamen wir ein eigenes Fernsehgerät, einen tragbaren Telefunken mit 42 cm-Bildschirm. Das erste, was ich da zu sehen bekam, war die Live-Übertragung des Wunders von Lengede, die Rettung der Bergleute. Ich war beeindruckt. Auch die Berichte über Willi Brandt’s Passierschein-Verhandlungen in Berlin fesselten mich. Dann aber, im November, wurde Kennedy erschossen und … (lesen Sie bitte weiter!)

Spielerei nach Feierabend

Wie in alten Zeiten. Ich habe mir, sozusagen als Feierabendvergnügen und kleine Fingerübung, mal wieder erlaubt eine kleine Webseite zu basteln. Viel brauchte ich nicht zu tun, denn den Inhalt liefert im Grunde genommen Twitter. Ich habe also einfach einmal ein paar Timelines von Twitter-Nutzern, meistens der lokalen Presse, zusammengestellt und in einen überschaubaren Rahmen gestellt.  Ein wenig graphische Pinselei dazu und fertig.

Wer Lust hat, kann sich die „Timelines“ gern einmal anschauen oder, am besten, gleich ein Lesezeichen draufsetzen. Dieser letzte Satz kommt mir ein wenig altmodisch vor, eben so gar nicht aus der Smartphonezeit. Aber, was soll’s? Die Webseite ist ja auch nicht aus der Zeit der Wischtelefone…..!

Google möchte Twitter kaufen

Da geht wieder ein Aufschrei durch die Reihen der Computer-Nutzer. Es gehe wieder ein Stück Privatheit verloren, Datenkraake Google, Schutz muss her und so weiter und so fort. 

Es sollte aber mittlerweile jedem klar sein, dass, wer einen Comuter, Smartphone, Tablet oder sonstiges mit dem Internet verbindet, von ersten Moment an schon nicht mehr privat ist. Im Netz ist alles, wirklich alles, öffentlich. Einfache Regel: wer etwas für sich behalten möchte, packt es nicht auf den Rechner. Merkwürdigerweise haben die Nutzer, die um Himmels Willen nichts preisgeben wollen und nur ja nicht ihre Schuhgröße, ihre EMailadresse oder das Bild der letzten Grillparty auf fremden Servern sehen wollen, das Betriebssystem Windows 10 auf dem Rechner. Da ist verkaufsstrategisch der größte Coup von Bill Gates. Bill hat längst Ihre Daten! Da können Sie noch so viele Haken in den Einstellungen entfernen. Bequemlichkeit erkaufen Sie mit Ihren Daten!

Aber kein Grund zur populären Panik. Beherzigen Sie einfach den Grundsatz: was Ihnen wichtig ist und privat bleiben soll, gehört nicht auf einen Rechner, der mit dem Internet verbunden ist.

Keine Bundesliga mehr bei Energy

Als DAB+ vor fünf Jahren an den Sendestart ging, war die Live-Bundesliga im Programm 90elf die Attraktion des nationalen Multiplexes. Nachdem 90elf die Senderechte verloren hatte, konnte Energy ab der Saison 2013/14 in die Bresche springen und schaltete die Reportagen vom neuen Rechteinhaber Sport1 durch. Jedoch ist diese Kooperation jetzt beendet. Liveübertragungen und Konferenzen der 612 Spiele der 1. und 2. Liga gibt es in der Saison 2016/17 daher nur bei Sport1 Online, per App und Streaming.

„Wir haben den davor kaum wahrgenommenen Audio-Rechten erst einen Wert verliehen. Das nennt man wohl Ironie des Schicksals“, hatte 90elf zum Verlust der Senderechte erkärt. Nach Angaben des 90elf-Betreibers Regiocast hatten 2013 zehn Prozent der Hörer das Programm von 90elf über DAB+ gehört.

Ab der Saison 2017/18 werden die Karten ohnehin neu gemischt: Amazon hat die Konkurrenten um das Audio-Rechtepaket ausgestochen; Insider befürchten nun, dass der internationale Konzern UKW und DAB+ blockiert, um eigene Angebote in Vorteil zu bringen. Wegen des Verlustes der Live-Bundesliga als des wichtigsten Teils der Programms muss sich Sport1.fm dann neu orientieren.

Ziegenkrieg: Don’t mention the War

Das ist ja mal eine tolle Sache: da wird ein TV-Fuzzi, der sich Satiriker nennt, in Deutschland „strafverfolgt“, weil er einen ausländischen Politiker oder Staatspräsidenten „verunglimpft“ hat. Die Spottverse, die sich Herr Böhmermann erlaubt hat, kann man durchaus mit dem Niveau unter Zimmertemperatur vergleichen. Irgendwie primitiv. Erstaunlich eigentlich, dass das öffentlich-rechtliche ZDF Leute beschäftigt, die bestenfalls in der RTL2-Nacht über den Sender gehen sollten. Das ZDF hat hier keine glorreiche Rolle gespielt mit seiner Wankelmütigkeit.

Dass sich jetzt aber sogar Gerichte mit dem „Spottgedicht“ befassen, schlägt dem Fass den Boden aus. Wir haben in Deutschland immer noch das Recht unsere Meinung in Wort, Bild und Schrift frei zu äussern. Davon sind auch solche Blödheiten, wie die des Herrn Böhmermann, gedeckt, ob es dem Verspotteten nun passt oder nicht.

Als Frau Merkel peitschenschwingend und mit SS-Uniform in polnischen oder griechischen Magazinen – ich hoffe es waren Satiremagazine – dargestellt worden ist, hätte vielleicht die Kavallerie Richtung Warschau lospreschen sollen? Hat die Politik bzw. die Medienlandschaft, insbesondere die deutsche, nichts Wichtigeres zu tun, als solche Dinge hochzukochen. Monty Python’s „Don’t mention the war“ gilt immer noch!

Zeitlos durch die Zeit

Wirklich erfreulich ist, dass die Menschen es verstanden haben sich auf eine Zeiteinteilung zu verständigen: Sekunden, Minuten, Stunden usw. – Bei den Uhren sind die Menschen noch nicht ganz so weit. Da wird alle halbe Jahre an der Uhr gedreht, Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Einige finden es gut, viele andere nicht. Damit kann man leben. Sinnvoll ist, dass das nicht in Deutschland entschieden wird, denn dann hätten wir ein Zeitchaos in der Mitte Europas.

Nehmen wir mal den Karfreitag als Beispiel. Der Karfreitag ist ein hoher christlicher Feiertag, der ruhig begangen werden sollte. Niemand wird dazu gezwungen, Fröhlich sein ist erlaubt, im Radio wird keine Trauermusik gespielt. Aber Jahrmärkte, laute Feten und Feiern oder Open-Airs sind verboten. Gut so, denn im Grunde reicht es schon, dass die Arbeitswelt immer mehr die Sonntagsruhe verliert. Typisch deutsch ist aber die heiss geliebte Kleinstaaterei. Hier ist von Donnerstag 22 Uhr bis Freitags 22 Uhr Ruhe, ein paar Kilometer weiter im nächsten Bundesland gilt Ruhe ab 1 Uhr am Freitag bis 0 Uhr Samstag und woanders gilt wieder etwas anderes, je nach Bundesland. Da kann man froh sein, dass das nicht die Gemeinden zu entscheiden haben.

Ich meine der Föderalismus ist gut, er ist typisch deutsch und wir kommen damit zurecht. Aber der Föderalismus muss auch Grenzen haben, und zwar immer dann, wenn er lächlich (siehe oben) oder zum Standortnachteil wird. Hier geht es nicht um die Hundesteuer, sondern um die Bildungspolitik und, wie sich gerade wieder zeigt – um die Sicherheit in Deutschland. Es ist ein Trauerspiel, dass die „Sicherheitsorgane“ an den Grenzen der Bundesländer Halt machen müssen und noch nicht einmal auf gleichen Wellen Funken.

Man muss eigentlich dem Kaiser Napoleon dankbar sein. Hätte er nicht eine Zeit in Deutschland verbracht, dann würden wir wahrscheinlich heute noch mit Elle, Klafter, Hund und Fuder messen und Mittag ist, wenn die Kirchturmuhr 12 mal schlägt.

Revolution in Deutschland?

Eben schaue ich interessehalber mal bei Google unter dem Suchbegriff „Asylanten“ nach und schon zeigt mir Google die nachstehenden Headlines an:

Braunschweig: Asylanten terrorisieren ganzen Stadtteil

Asylanten nutzen Schwimmbecken als Klo und belästigen Frauen

Ein Arzt weigert sich, „Asylanten“ zu behandeln.

Taxifahrten für Asylanten empören Rentnerverband

Kanada nimmt keine unbegleiteten Männer als Asylanten auf

Münchner Bayernkaserne: Schwerer Asylanten-Übergriff auf Heimleiter

„Ich wohne jetzt seit ein paar Monaten neben einem Asylbewerberheim und bin schockiert“

Diese Titel sind alle in lokalen oder auch regionalen Zeitungen und Zeitschriften in den letzten Tagen und Wochen erschienen, nachzulesen bei Google. Nicht erschienen sind diese Nachrichten bei den überregionalen Zeitungen und Zeitschriften und TV.Stationen. Wenn man jetzt noch den Shitstorm, der über Erika Steinbach hinwegzieht und auch noch Ironie unter Strafe stellen will, betrachtet, dann besteht die einst so hochgelobte deutsche Medienlandschaft nur noch aus gequirlter Kacke.

Soziale Medien sind längst nicht mehr sozial

Wiedermal tobt ein Krieg, bei dem die Wahrheit als erstes auf der Strecke bleibt. In den Mainstream-Medien von SPIEGEL über TV und Radio bis hin zur obskuren Huffington-Post zum Beispiel wird ohnehin ein Stum im Wasserglas nach dem anderen angerührt. Dieser Krieg tobt jedoch im besonderen in den Medien, die nicht sofort erkennbar durch die großen Medienmonopole in Deutschland bestimmt werden. Oft werden die gleichen oder ähnliche Anlässe und Bilder für eine Sache gebraucht, mal genau für das Gegenteil. In den bunten Medien, die jeder kennt – dazu gehört eben auch Facebook – werden Nebelgranaten geworfen. Putzige Katzenbilder, schöngeistig, blödsinnige Sprüche und grelle Actionszenen, bei denen Leute auf die Nase fallen, sind ein Teil dieser Desinformation. Öffentlich-rechtliche Talkshows verwursten brisante und existenzielle Themen solange, bis politisch korrekt alle zu Wort gekommen sind, aber niemand mehr sagen kann wo es lang gehen soll. Und das tagein, tagaus auf allen Wellen.

Allein der Begriff „Soziale Medien“ war vielleicht vor ein paar Jahren, in der Anfangszeit des Internets, noch richtig, weil da tatsächlich reale Personen interagierten. Heute werden diese sozialen Medien längst von Meinungskonzernen kontrolliert. Hinter manch einer angeblich realen Person verbirgt sich längst ein Medienprodukt, ein Bot mit mächtig Kapital im Rücken. Der User merkt es ja nicht vor lauter Schnäppchenjagd.

Und so ist also die Zeit gekommen diese ach so sozialen Medien zu verlassen und sich wieder der realen Welt, aus eigener Anschauung und mit eigenen Sinnen, zuzuwenden. Letztendlich holen wir uns die Freiheit zurück, auch wenn es drei Tage lang schwerfällt auf die Annehmlichkeien des Internets zu verzichten. Irgendwann heisst es dann, da war mal ein Kanal, der komplett vom Großkapital durchdrungen war und nur zur Verschleierung von unangenehmen Wahrheiten diente – Brot und Spiele auf modern, Der nannte sich Internet. …. Bis keiner mehr mitmachte.