Kategorie-Archiv: Buchtipp

Eine Katze belauscht

„Liebe Kolleginnen und Kollegen,

bei meinen Kontrollgängen durch mein Revier stellte ich immer wieder fest, dass auch Dosenöffner Fortschritte machen und lernfähig sind. Neulichs konnte ich zusammen mit meinem Dosenöffner mal zu einem Wohnheim für Kolleginnen und Kollegen rollen, die zur Zeit keinen Dosenöffner haben. Ich konnte mich hinten ausstrecken und alles auf dem Weg betrachten. Manchmal musste ich den Kopf schütteln, denn die Dosenöffner bauen sich ganz merkwürdige Nester, eins neben dem anderen, dicht an dicht und auch noch übereinander. Unser einer hat da gar keinen Platz zum Toben, Schnüffeln und Mäusefangen. Aber als ich und mein Dosenöffner bei dem Wohnheim ankamen, sah ich gleich: Das ist fluffig, da ist Platz und ein älterer Kollege, der dort schon lange Zeit wohnt, erzählte mir gleich es gebe auch Ausgang und Mäuse und Gutes aus dem Napf.

Die Dosenöffner, die das Wohnheim wohl leiten, sind mit Herz bei der Sache. Sie sorgen für das regelmäßige Futter, für saubere Wolldecken und Knuddeltücher für die Kleinen, für Spielzeug und alles, was zu einem gute geführten Wohnheim dazu gehört. Auch die kleinen Zipperlein, die unser einer manchmal hat, werden von einem Dosenöffner, der Ahnung hat, kuriert. Ja, tatsächlich die Dosenöffner sind lernfähig. Ich war mal in Hamburg kurz in einem Nest für Dosenöffner auf Besuch, das war längst nicht so gemütlich. Nicht einmal in die Küche durfte ich. Aber das Nest nannte sich irgendwie nach einem Ozean und lag an einem Wasser, dass die Dosenöffner Alster nannten. Naja, die Dosenöffner mögen Wasser und das Nest war ja auch nur für Dosenöffner gedacht, die viel Futter bezahlen könnten.

Die Kolleginnen und Kollegen ohne eigenen Dosenöffner in dem Wohnheim, wo ich und mein Dosenöffner gerade waren, hatten es richtig gut. Alle konnten frei wählen, ob sie drinnen oder draussen dösen wollten. So eine Klappe in der Tür ist eine tolle und vor allem demokratische Sache. Die Dosenöffner haben das bislang völlig übersehen und dem Erfinder der Katzenklappe noch kein Denkmal gesetzt. Das sollten sie nachholen, meint auch mein Freund, der Professor!

Ich werde langsam müde. Pummel, die nette Damen, mit der ich hier wohne, sagt immer das komme von Maunzen und Reden …. Darum nur kurz noch: Kolleginnen und Kollegen, wenn Ihr einmal in Not seid, dann macht Euch auf den Weg nach …, mein Dosenöffner sagt „Lilienthal“. Dort habt Ihr es gut, regelmäßig einen vollen Fressnapf, gute Luft, saubere Decken und viel Platz. Und eine gesellige Runde zum Klönen und zum Dösen findet sich auch schnell zusammen. Mein Dösenöffner hat mit dem Wischtelefon einige Abbildungen angefertigt. Die zeige ich Euch hier noch. 

Also, bleibt auf den vier Beinen und besucht mal diese Webseite!

Maxi“

    

2019 – Die Katastrophe?

Für viele wäre es eine echte Katastrophe, wenn die ARD ihnen das sonntägliches Vergnügen nimmt. Unsere über alles geliebte Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands plant unsere ebenfalls über alles geliebte Familienserie „Lindenstrasse“ im Jahre 2019 einzustellen. Punkt, Aus, Fini und Ende!? Das darf nicht sein! Mutter Beimer stürzt mit den Rollstuhl über Klippen bei Dover (UK), Lisa landet mit ihrer Bratpfannenattacke auf Bundestagsabgeordnete in Stammheim, Phillip erfindet die sich selbst bewegende Computermaus in Seattle (USA), Momo wird Einsiedler im Elbsandsteingebirge (zufälligerweise in einer Höhle direkt neben Robert Engel!), Erich erwacht und eröffnet ein Bagpacker-Hotel auf Island, mit seiner Tochter Pam als Köchin usw. usw.

DAS DARF NICHT ZU ENDE GEHEN!

Wenn Sie wollen, dann unterschreiben Sie bitte die Petition an die ARD! Die „Lindenstrasse“ soll weiterleben!

Ziegenkrieg: Don’t mention the War

Das ist ja mal eine tolle Sache: da wird ein TV-Fuzzi, der sich Satiriker nennt, in Deutschland „strafverfolgt“, weil er einen ausländischen Politiker oder Staatspräsidenten „verunglimpft“ hat. Die Spottverse, die sich Herr Böhmermann erlaubt hat, kann man durchaus mit dem Niveau unter Zimmertemperatur vergleichen. Irgendwie primitiv. Erstaunlich eigentlich, dass das öffentlich-rechtliche ZDF Leute beschäftigt, die bestenfalls in der RTL2-Nacht über den Sender gehen sollten. Das ZDF hat hier keine glorreiche Rolle gespielt mit seiner Wankelmütigkeit.

Dass sich jetzt aber sogar Gerichte mit dem „Spottgedicht“ befassen, schlägt dem Fass den Boden aus. Wir haben in Deutschland immer noch das Recht unsere Meinung in Wort, Bild und Schrift frei zu äussern. Davon sind auch solche Blödheiten, wie die des Herrn Böhmermann, gedeckt, ob es dem Verspotteten nun passt oder nicht.

Als Frau Merkel peitschenschwingend und mit SS-Uniform in polnischen oder griechischen Magazinen – ich hoffe es waren Satiremagazine – dargestellt worden ist, hätte vielleicht die Kavallerie Richtung Warschau lospreschen sollen? Hat die Politik bzw. die Medienlandschaft, insbesondere die deutsche, nichts Wichtigeres zu tun, als solche Dinge hochzukochen. Monty Python’s „Don’t mention the war“ gilt immer noch!

EU reduced – ein Alptraum

Das ist mal ein Gedanke, zugegeben, ein etwas sehr abwegiger Gedanke. Wenn sich aber jetzt alle EU-Mitgliedsländer daran aufgeilen die EU zum Scheitern zu bringen, dann ist der Gedanke doch nicht so abwegig. Die Nationalisten in den Ländern lachen sich ins Fäustchen und finden es gut, dass Europa in längst vergessen geglaubte Handlungsschemata zurückfällt. Kriege um winzige Landflecken sind dann, wie im 19. Jahrhundert an der Tagesordnung.

Aber mal anders herum gedacht: alle EU-Länder, auch Frankreich, Holland, Belgien und Italien springen ab und treten aus der EU aus. Was bleibt dann übrig? Richtig: Deutschland und Österreich. Dann haben wir das, was die Alliierten nach dem 1. WK verboten haben und nach dem 2. WK nicht zu denken war. Die Ostmark ist heim ins Reich geholt, wie schon 1938. Für ein neues Großdeutschland fehlen zwar noch einige Landesteile, aber Deutschland ist dann schon ganz schön groß wieder. Dieses neue Deutschland übernimmt einfach alle bisherigen EU-Gesetze und Regeln 1:1 – die anderen haben ja nichts mehr zu sagen – und schon ist die Suppe gelöffelt. Ob das deutsche Geld dann Euro heisst oder Mark, ist letztlich egal. Man kann ja wieder D-Mark draufschreiben.

Ein unmöglicher, aber denkbarer Treppenwitz der Geschichte. Nicht zum Lachen ist allerdings dann die isolierte Sonderrolle Deutschlands, die alte Reflexe aufkommen lässt. Und genau das wollen die Ewiggestrigen …..Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgelächelt!

Zeitlos durch die Zeit

Wirklich erfreulich ist, dass die Menschen es verstanden haben sich auf eine Zeiteinteilung zu verständigen: Sekunden, Minuten, Stunden usw. – Bei den Uhren sind die Menschen noch nicht ganz so weit. Da wird alle halbe Jahre an der Uhr gedreht, Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Einige finden es gut, viele andere nicht. Damit kann man leben. Sinnvoll ist, dass das nicht in Deutschland entschieden wird, denn dann hätten wir ein Zeitchaos in der Mitte Europas.

Nehmen wir mal den Karfreitag als Beispiel. Der Karfreitag ist ein hoher christlicher Feiertag, der ruhig begangen werden sollte. Niemand wird dazu gezwungen, Fröhlich sein ist erlaubt, im Radio wird keine Trauermusik gespielt. Aber Jahrmärkte, laute Feten und Feiern oder Open-Airs sind verboten. Gut so, denn im Grunde reicht es schon, dass die Arbeitswelt immer mehr die Sonntagsruhe verliert. Typisch deutsch ist aber die heiss geliebte Kleinstaaterei. Hier ist von Donnerstag 22 Uhr bis Freitags 22 Uhr Ruhe, ein paar Kilometer weiter im nächsten Bundesland gilt Ruhe ab 1 Uhr am Freitag bis 0 Uhr Samstag und woanders gilt wieder etwas anderes, je nach Bundesland. Da kann man froh sein, dass das nicht die Gemeinden zu entscheiden haben.

Ich meine der Föderalismus ist gut, er ist typisch deutsch und wir kommen damit zurecht. Aber der Föderalismus muss auch Grenzen haben, und zwar immer dann, wenn er lächlich (siehe oben) oder zum Standortnachteil wird. Hier geht es nicht um die Hundesteuer, sondern um die Bildungspolitik und, wie sich gerade wieder zeigt – um die Sicherheit in Deutschland. Es ist ein Trauerspiel, dass die „Sicherheitsorgane“ an den Grenzen der Bundesländer Halt machen müssen und noch nicht einmal auf gleichen Wellen Funken.

Man muss eigentlich dem Kaiser Napoleon dankbar sein. Hätte er nicht eine Zeit in Deutschland verbracht, dann würden wir wahrscheinlich heute noch mit Elle, Klafter, Hund und Fuder messen und Mittag ist, wenn die Kirchturmuhr 12 mal schlägt.

DVB-T2 HD soll am 31. Mai starten

In einer Reihe von Ballungsregionen wird die Ausstrahlung von DVB-T2 HD am 31. Mai starten. Dann sind die HD-Kanäle von Das Erste, RTL, ProSieben, SAT.1, VOX und dem ZDF frei empfangbar.  

Die freie Ausstrahlung soll also Nutzern einen Grund geben, beim Wechsel möglichst früh mitzumachen. Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro sollen es richten. Der Gratisempfang ist dabei in einigen Fällen nur ein Einstiegsangebot. Wenn im ersten Quartal des nächsten Jahres dann der Regelbetrieb aufgenommen wird, sollen über DVB-T2 rund 40 Programme zu empfangen sein – überwiegend auch in HD. Die öffentlich-rechtlichen Sender kommen dabei unverschlüsselt und sind somit immer frei empfangbar. Bei den Privatsendern wird von Nutzern, die sie in HD sehen wollen, hingegen eine Gebühr erhoben. 

Wenn der Regelbetrieb aufgenommen wird, erfolgt zeitgleich auch die Abschaltung des klassischen DVB-T. Das ist Anfang nächsten Jahres in ersten Regionen der Fall, die bundesweite Umstellung wird schrittweise bis Mitte 2019 vollzogen. Für DVB-T2 wird neue Empfangs-Hardware benötigt. Die Umstellungs-Phase dürfte vor allem für Nutzer ein Problem werden, die Fernsehen nicht nur stationär über Antenne empfangen wollen. Wer beispielsweise viel unterwegs ist und über einen portablen Empfänger verfügt, wird zeitweise zwei Systeme benötigen. 

Folgende Ballungsräume sind für den Start Ende Mai geplant: Bremen/Unterweser, Hamburg/Lübeck, Kiel, Rostock, Schwerin, Hannover/Braunschweig, Magdeburg, Berlin/Potsdam, Jena, Leipzig/Halle, Düsseldorf/Rhein/Ruhr, Köln/Bonn/Aachen, Rhein/Main, Saarbrücken, Baden-Baden, Stuttgart, Nürnberg und München/Südbayern. 

Schon gehört: Schwarzlicht.Club

Das ist mal eine Streaming-Webseite nach dem Geschmack vieler Hörer, vor allem Rock-Metal-Pop- und Electronika-Freunde kommen auf Ihre Kosten. Die Playlisten liegen als m3u, pls und asx vor. Auf der Seite selbst gibt es als Alternative einen Player und eine Anzeige „Was läuft?“ – Ich schätze mal die Musik ist für jüngere Nutzer (<30) gedacht, aber auch die älteren Semester kommen auf ihre Kosten.

Ein heisser Streaming-Tip:  http://schwarzlicht.club/

Immer wenn eine Ladenkasse klingelt ….

Kennen Sie den beliebtesten Weihnachtsfilm im Deutschen Fernsehen? Nein? Hier einige Hinweise:

  • 2003: Die von James Stewart verkörperte Rolle des George Bailey schaffte es auf Rang 9 der Top 50 Helden aller Zeiten. Gleichzeitig schaffte es die von Lionel Barrymore gespielte Rolle des Mr. Potter auf Platz 6 der Top 50 Schurken aller Zeiten
  • 2004 hat das BBC-Fernsehmagazin „Radio Times“ den Weihnachtsfilm auf den zweiten Platz der besten Filme gewählt, die nie einen Oscar erhielten (Best Film Never to Have Won an Oscar).
  • 2006: Den Spitzenplatz 1 erreichte der Film in der Liste der 100 inspirierendsten Filme aller Zeiten

Ja, und hier der Inhalt:

„Ausgerechnet am Weihnachtsabend verliert George Bailey, der beliebteste Bürger der fiktiven amerikanischen Kleinstadt Bedford Falls, seinen Lebensmut. Voller Sorge ertönen in den Häusern dieser verschlafenen Kleinstadt Gebete um Beistand für George. Diese Gebete werden von zwei himmlischen Kräften, symbolisiert durch zwei sich miteinander unterhaltende Galaxien, erhört, die daraufhin beraten, was zu tun sei. Ein Engel muss her, doch leider hat nur der etwas ungeschickte Engel Clarence Dienst. Auch nach rund 300 Jahren im Dienst ist Clarence immer noch ohne Flügel, was ihn zu einem „EZ2“ (Engel Zweiter Klasse) macht. Es bleibt noch eine Stunde für Clarence, bevor George seinen Suizidversuch unternimmt. Diese Zeit muss er nutzen, um sich eingehend über George und seine Lebensgeschichte zu informieren. Daraufhin spielt sich die eigentliche Geschichte des Films als Rückblende ab:

Als 12-jähriger Junge rettet George im Jahr 1919 seinem jüngeren Bruder Harry das Leben, nachdem dieser beim Schlittenfahren ins Eis eingebrochen ist. Er verliert aber infolge einer Infektion, die er sich bei der Rettungsaktion zuzieht, für immer das Hörvermögen seines linken Ohres. Nach seiner Genesung arbeitet er wieder als Helfer im örtlichen Gemischtwarenladen von Emil Gower. Eines Tages bekommt George von Mr. Gower den Auftrag, ein Medikament an einen kleinen, kranken Jungen auszuliefern. Allerdings hat Gower, der gerade per Telegramm vom Tod seines Sohnes erfahren hat und in tiefer Trauer ist, George versehentlich Gift statt des Medikaments mitgegeben. George bemerkt den Fehler und rettet damit sowohl das Leben des Kindes als auch Mr. Gower, der ihn zuvor wegen seiner scheinbaren Aufsässigkeit jedoch noch verprügelt hat.

George wächst auf und arbeitet zunächst im Unternehmen seines ehrenhaften Vaters Peter, der Bausparkasse „Building and Loan“, die einfachen Bürgern von Bedford Falls zu ihrem Traum vom eigenen Heim verhilft. Doch eigentlich will er seine Heimatstadt verlassen, um zu studieren, die Welt zu bereisen und so seinen Kindheitstraum zu verwirklichen, Millionär zu werden. Sein Vater, dessen Lebenswerk die „Building and Loan“ ist, bedauert Georges Pläne, weil er eigentlich auf George als seinen Nachfolger gehofft hat. Auf der Highschool-Abschlussfeier seines Bruders Harry im Jahre 1928 trifft George seine alte Klassenkameradin Mary wieder. Sie tanzen zusammen und fallen dabei in einen Swimming-Pool. Auf dem Heimweg redet George über seine Pläne in der Zukunft, und es bahnt sich eine Liebesbeziehung zwischen George und Mary an. Plötzlich erscheint Georges etwas verwirrter Onkel Billy, der ihm berichtet, dass sein Vater einen Schlaganfall erlitten hat.

Nach dem Tod des Vaters gibt George die Pläne einer Weltreise auf, um die Angelegenheiten seines Vaters zu ordnen. Einige Monate später schlägt der skrupellose Geschäftsmann Henry F. Potter vor, die „Building and Loan“ aufzulösen, weil er sie als sinnlos empfindet und in ihr eine Gefahr für seine Mieteinnahmen sieht. Mr. Potter gilt als reichster und mächtigster Bewohner von Bedford Falls, doch für den hartherzigen alten Mann zählt nur der Profit. George hält eine flammende Rede vor Mr. Potter, in der er die Ideale seines Vaters verteidigt und sich dafür ausspricht, dass die „Building and Loan“ weiterhin besteht. Der Vorstand beschließt die „Building and Loan“ weiterzuführen, allerdings nur unter der Leitung von George, der nun seine Kindheitsträume für den Fortbestand des Unternehmens opfern muss. Während George in der Stadt bleibt, kann sein Bruder Harry auf das College gehen und durch die Welt reisen.

George hofft, dass Harry nach seinem Abschluss die Firma übernimmt und er endlich studieren kann. Jedoch kommt Harry überraschend mit einer Ehefrau nach Hause, deren Vater eine große Firma besitzt. Harry verlässt bald wieder die Stadt und steht nicht mehr für „Building and Loan“ zur Verfügung. Das Unternehmen ist nun auf George angewiesen und dieser begräbt endgültig seine alten Träume. Am Schwarzen Donnerstag 1929, zufällig zugleich der Hochzeitstag von George und Mary, verbreitet sich das Gerücht, „Building and Loan“ stehe vor dem Bankrott. Die Anleger fordern ihr Geld zurück, ansonsten würden sie ihre Aktien an Mr. Potter verkaufen, der ihnen immerhin den halben Wert dafür geboten hat. Damit hätte dieser sein Ziel erreicht und die „Building and Loan“ geschluckt. Mary schlägt George vor, auf die Hochzeitsreise zu verzichten und das dafür gedachte eigene Geld an die Kunden zu verteilen. George kann so das Vertrauen der Kunden wiederherstellen und die Bank retten. Er und Mary richten sich ein verfallenes Haus als Wohnung her und bekommen vier Kinder.George gründet Bailey Park, ein Wohngebiet für ärmere Familien, und entzieht Mr. Potter so ein gutes Stück Macht über die Stadt. Als Potter ihm schmeichelt und einen verlockenden Vier-Jahres-Vertrag in seiner Bank mit einem hohen Gehalt anbietet, lehnt George nach kurzem Schwanken schroff ab, da er zu Recht vermutet, dass Potter ihn lediglich als Konkurrenten ausschalten möchte. Der Zweite Weltkrieg beginnt. Georges Mutter fertigt Kleidung für das Amerikanische Rote Kreuz an. George wird auf Grund seines tauben Ohres nicht eingezogen und bleibt in Bedford Falls. Harry schießt als Jagdflieger fünfzehn Gegner ab, rettet damit einen US-Truppentransport, wird für seinen Mut mit der Ehrenmedaille Medal of Honor ausgezeichnet und zu einem Ehrendiner in New York eingeladen.

Am Heiligabend 1945 passiert dann das entscheidende Missgeschick, das George an dem Sinn seines Daseins zweifeln lässt und ihn fast dazu bringt, Selbstmord zu begehen. Ein hoher Bargeldbetrag (8000 Dollar) geht durch Ungeschicklichkeit verloren und fällt ausgerechnet Potter in die Hände, der den Fund böswillig geheim hält. Da gerade an diesem Tag eine Bilanzprüfung stattfindet, steht Building and Loan nun vor dem Bankrott; George droht das Gefängnis. Verzweifelt fleht er Mr. Potter um Geld an, dieser weist ihn jedoch kalt ab und erstattet Anzeige gegen ihn wegen Bilanzfälschung. George fährt zur Bar Martinis und betet dort unter Tränen zu Gott um Hilfe, wird jedoch darauf von einem Mann niedergeschlagen, dessen Frau er kurz zuvor in seinem aufgewühlten Zustand beleidigt hat. Wenig später fährt er auch noch gegen einen Baum und zerstört so sein Auto. Er geht zu einer nahegelegenen Brücke und will ins Wasser springen.In diesem Moment fällt ein älterer Mann aus dem Nichts in den Fluss und ruft um Hilfe. George rettet ihn und bringt ihn in die kleine Behausung des Brückenwartes, wo der Gerettete ihm klarzumachen versucht, dass er in Wirklichkeit Georges Schutzengel sei und ihn gerade davor bewahrt habe, sein Leben wegzuwerfen. George glaubt ihm kein Wort und wünscht sich nur noch, er wäre nie geboren worden, da er allen ihm nahestehenden Menschen nur Unglück zu bringen scheine.

Das bringt Clarence auf eine Idee: Er erfüllt ihm diesen Wunsch und verwandelt die Stadt in den Zustand, den sie hätte, wenn es George nie gegeben hätte. Mr. Gower hat für die irrtümliche, nicht von George verhinderte Vergiftung des kleinen Jungen zwanzig Jahre im Gefängnis gesessen und ist nun ein verachteter Trinker. Violet, eine junge Frau, der George einmal mit Geld ausgeholfen hat, arbeitet nun in einem billigen Striplokal und scheint mit dem Gesetz in Konflikt geraten zu sein. Aus der beschaulichen Kleinstadt Bedford Falls ist eine von Spielhöllen und Striplokalen dominierte Lasterhöhle namens Pottersville geworden, die meisten Menschen in der Stadt sind kaltherzig und brutal. Wo Bailey Park stehen sollte, findet George nur einen Friedhof mit Harrys Grab – Harry ist als Kind im eiskalten Wasser ertrunken und hat somit auch nicht den Truppentransport retten können. Georges Mutter, die keine Familie mehr hat, betreibt ein Boardinghouse. Die Stadt ist vollkommen in der Hand  Potters; die einfachen Leute müssen für ihre verkommenen Wohnungen hohe Mieten zahlen. Mary hat nie geheiratet, die vier Kinder existieren nicht. Als George nicht einmal von Mary erkannt wird, schlägt er verzweifelt einen Polizisten nieder, der ihn wegen seines sonderbaren Verhaltens festnehmen will und die Verfolgung aufnimmt. George flieht zu der Brücke, von der er sich hat stürzen wollen, bereut seinen Wunsch und will wieder leben. Clarence stellt den ursprünglichen Zustand von Bedford Falls wieder her.

Voller ausgelassener Lebensfreude kehrt George nun zu seiner besorgten Familie zurück, wo bereits Buchprüfer und Polizisten auf ihn warten, und schert sich nicht darum, nun wohl unschuldig ins Gefängnis zu müssen. Doch auf Marys Aufruf hin haben sich auch alle seine Freunde und Verwandten versammelt, um ihm mit Geld auszuhelfen. Es kommt weitaus mehr zusammen, als gebraucht wird. Sogar Harry erscheint mit seiner Ehefrau Ruth („Einen Toast auf meinen großen Bruder George, den reichsten Mann der Stadt“). Da klingelt ein Glöckchen. „Und jedes Mal, wenn ein Glöckchen klingelt, bekommt ein Engel seine Flügel“, sagt Georges Tochter Zuzu. Clarence, der nach getaner Arbeit verschwunden ist, hat sich nun endlich seine Flügel verdient.“

Schlagen Sie Ihre TV-Zeitschrift auf. Der Spielfilm läuft auch in diesem Jahr garantiert auf zwei oder drei Kanälen – Viel Spaß und Frohes Fest!

Das „Lindenstraßen“ – Jubiläum auf Einsfestival

Zum 30-jährigen Geburtstag der ARD/WDR-Kultserie „Lindenstraße“ stellt Einsfestival das komplette Programm auf den Kopf und lädt ab dem 15. November 2015 zum „Jubiläums-Warm up“ ein, bevor am 6. Dezember 2015 die Jubiläumsfolge der Serie live im Ersten (18.50 bis 19.30 Uhr) gesendet wird.

Mit der „Lindenstraße“ durch die Nacht: Einsfestival feiert den Serien-Klassiker mit Zusammenfassungen von außergewöhnlichen Ereignissen aus den letzten Jahren, ausgesuchten Rückblicken auf die Entwicklung einzelner Figuren und einzigartigen Sendungen aus dem Archiv.

„Zeitreisen“

  1. November, 23.45 – 3.45 Uhr, mit acht Folgen zum Thema „Krumme Dinger“

  2. November, 23.45 – 5.15 Uhr, mit elf Folgen zum Thema „Hochzeiten“

  3. November, 23.45 – 5.15 Uhr, mit elf Folgen zum Thema „Weihnachten“

„Changing Faces“

  1. November – 5. Dezember, täglich von 14.00 Uhr – 18.30 Uhr. Auftritte und Abgänge bekannter Gesichter bzw. Schauspieler aus dem beliebten Ensemble. Wer hat mitgespielt in den letzten 30 Jahren? Warum oder unter welchen Umständen haben sie die Serie verlassen?

Countdown zur Live-Sendung

6. Dezember, ab 14.00 Uhr. „Countdown“ zur Jubiläumsfolge mit teilweise noch nicht ausgestrahlten Sonderfolgen, historischen Reportagen und einem Zusammenschnitt unterhaltsamer Drehpannen und einem ganz persönlichen Rückblick von Moritz A. Sachs (Klausi) in einer Erstausstrahlung in Einsfestival.

Lizenz zum Stöbern

Vom Rhein sein, das heißt: vom Abendland

Hartmann: Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich wegen…es ist da etwas mit meinem…Nachweis. Eine meiner Urgroßmütter scheint aus dem Ausland gekommen zu sein.

Harras: Ach da sind Se wohl nich janz arisch. Was?

Hartmann: Man hat das oft in rheinischen Familien. Jedenfalls sind die Papiere nicht aufzufinden.

Harras: Naja. Dann begreif ich natürlich Fräulein Morungen. Dann sind Sie ja ’n Mensch zweiter Ordnung. Da könn‘ Se ja keene Parteikarriere machen.

Hartmann: Nein, Herr General.

Harras: Schrecklich. Diese alten verpanschten rheinischen Familien! … (lacht vor sich hin) Stell’n Se sich doch bloß mal ihre womögliche Ahnenreihe vor: da war ein römischer Feldherr, schwarzer Kerl, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Dann kam ’n jüdischer Gewürzhändler in die Familie. Das war ’n ernster Mensch. Der ’s schon vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. Dann kam ’n griechischer Arzt dazu, ’n keltischer Legionär, ’n Graubündner Landskecht, ein schwedischer Reiter…und ein französischer Schauspieler. Ein…böhmischer Musikant. Und das alles hat am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen, gesungen und…Kinder jezeugt. Hm? Und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven, und der Gutenberg, und der … Matthias Grünewald. Und so weiter, und so weiter. … Das war’n die besten, mein Lieber. Vom Rhein sein, das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das is Rasse. Sei’n Sie stolz drauf, Leutnant Hartmann, und hängen Sie die Papiere Ihrer Großmutter auf den Abtritt!

….

Und jetzt dürfen Sie raten aus welchem bekannten Bühnenstück diese Passage stammt!

Des Teufels General