Kategorie-Archiv: Allgemein

Wieder wählen oder nicht?

Am 24. September soll ein neuer Bundestag gewählt werden und am 15. Oktober steht eine neue Wahl des Landtages in Niedersachsen an.

Eigentlich stehe ich mitten im Denken der 70er Jahre, das sagte „Kümmerst Du Dich nicht um die Politik, dann kümmert sich die Politik um Dich!“ – Ein bedeutender Philosoph hat es mal so ausgedrückt: „Bist Du in Deiner Jugend nicht Kommunist gewesen, bist Du nie jung gewesen!“ – Bei jeder Wahl, ganz gleich ob Bundestags-, Landtags-, Bürgerschafts- oder Kommunalwahl, habe ich brav meinen Wahlschein und Stimmzettel in die Urne bugsiert. Immer in der Hoffnung, dass die gerade aktuellen Probleme durch die neue Regierung dann gelöst oder zumindest angegangen werden. Ich war nie Stammwähler, sondern habe ganz bewusst meine Akzente gesetzt, mal links, mal liberal, mal konservativ. Gemeinsam sind wir stark, aber meine Stimme wird nicht viel bewegt haben.

Nicht wählen gehen bringt auch nichts, solange sich die große Gruppe der Nichtwähler nicht in der Zusammensetzung der Parlamente erkennen lässt. Ich halte es immer noch für eine gute Idee 600 Plätze im Bundestag gleich 100 zu setzen. Wenn dann die Wahlbeteiligung nur noch 50 v.H. beträgt, dann werden auch nur 300 Stühle im Bundestag aufgestellt. Das spart viel Geld und überflüssige Arbeitsplätze nebst Pensionen. Jeder Nichtwähler sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass diese 300 dann auch über ihn bestimmen.

Der Trick der sogenannten Etablierten, die es sich auf den überflüssigen Sitzen im Bundestag gemütlich eingerichtet haben, ist es abweichende Meinungen als extrem zu bezeichnen und mit brauner oder roter Sauce zu überziehen. Aber wenn diese Meinungen nicht in Plünderungen, Körperverletzungen und mutwilliger Zerstörung ausufern, werden sie damit leben müssen. Extrem ist bald nur noch die Minderheit in der Mitte.

Vor ein paar Minuten war ich noch der Überzeugung, dass ich diesmal nicht zu den Wahlen gehe. Aber, nein, ich denke gar nicht daran mir mein wesentliches Bürgerrecht aus der Hand nehmen zu lassen. Ich gehe wählen, denn es kommt jetzt oder in vier Jahren eine Zeit nach Merkel.

Eine Katze belauscht

„Liebe Kolleginnen und Kollegen,

bei meinen Kontrollgängen durch mein Revier stellte ich immer wieder fest, dass auch Dosenöffner Fortschritte machen und lernfähig sind. Neulichs konnte ich zusammen mit meinem Dosenöffner mal zu einem Wohnheim für Kolleginnen und Kollegen rollen, die zur Zeit keinen Dosenöffner haben. Ich konnte mich hinten ausstrecken und alles auf dem Weg betrachten. Manchmal musste ich den Kopf schütteln, denn die Dosenöffner bauen sich ganz merkwürdige Nester, eins neben dem anderen, dicht an dicht und auch noch übereinander. Unser einer hat da gar keinen Platz zum Toben, Schnüffeln und Mäusefangen. Aber als ich und mein Dosenöffner bei dem Wohnheim ankamen, sah ich gleich: Das ist fluffig, da ist Platz und ein älterer Kollege, der dort schon lange Zeit wohnt, erzählte mir gleich es gebe auch Ausgang und Mäuse und Gutes aus dem Napf.

Die Dosenöffner, die das Wohnheim wohl leiten, sind mit Herz bei der Sache. Sie sorgen für das regelmäßige Futter, für saubere Wolldecken und Knuddeltücher für die Kleinen, für Spielzeug und alles, was zu einem gute geführten Wohnheim dazu gehört. Auch die kleinen Zipperlein, die unser einer manchmal hat, werden von einem Dosenöffner, der Ahnung hat, kuriert. Ja, tatsächlich die Dosenöffner sind lernfähig. Ich war mal in Hamburg kurz in einem Nest für Dosenöffner auf Besuch, das war längst nicht so gemütlich. Nicht einmal in die Küche durfte ich. Aber das Nest nannte sich irgendwie nach einem Ozean und lag an einem Wasser, dass die Dosenöffner Alster nannten. Naja, die Dosenöffner mögen Wasser und das Nest war ja auch nur für Dosenöffner gedacht, die viel Futter bezahlen könnten.

Die Kolleginnen und Kollegen ohne eigenen Dosenöffner in dem Wohnheim, wo ich und mein Dosenöffner gerade waren, hatten es richtig gut. Alle konnten frei wählen, ob sie drinnen oder draussen dösen wollten. So eine Klappe in der Tür ist eine tolle und vor allem demokratische Sache. Die Dosenöffner haben das bislang völlig übersehen und dem Erfinder der Katzenklappe noch kein Denkmal gesetzt. Das sollten sie nachholen, meint auch mein Freund, der Professor!

Ich werde langsam müde. Pummel, die nette Damen, mit der ich hier wohne, sagt immer das komme von Maunzen und Reden …. Darum nur kurz noch: Kolleginnen und Kollegen, wenn Ihr einmal in Not seid, dann macht Euch auf den Weg nach …, mein Dosenöffner sagt „Lilienthal“. Dort habt Ihr es gut, regelmäßig einen vollen Fressnapf, gute Luft, saubere Decken und viel Platz. Und eine gesellige Runde zum Klönen und zum Dösen findet sich auch schnell zusammen. Mein Dösenöffner hat mit dem Wischtelefon einige Abbildungen angefertigt. Die zeige ich Euch hier noch. 

Also, bleibt auf den vier Beinen und besucht mal diese Webseite!

Maxi“

    

2019 – Die Katastrophe?

Für viele wäre es eine echte Katastrophe, wenn die ARD ihnen das sonntägliches Vergnügen nimmt. Unsere über alles geliebte Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands plant unsere ebenfalls über alles geliebte Familienserie „Lindenstrasse“ im Jahre 2019 einzustellen. Punkt, Aus, Fini und Ende!? Das darf nicht sein! Mutter Beimer stürzt mit den Rollstuhl über Klippen bei Dover (UK), Lisa landet mit ihrer Bratpfannenattacke auf Bundestagsabgeordnete in Stammheim, Phillip erfindet die sich selbst bewegende Computermaus in Seattle (USA), Momo wird Einsiedler im Elbsandsteingebirge (zufälligerweise in einer Höhle direkt neben Robert Engel!), Erich erwacht und eröffnet ein Bagpacker-Hotel auf Island, mit seiner Tochter Pam als Köchin usw. usw.

DAS DARF NICHT ZU ENDE GEHEN!

Wenn Sie wollen, dann unterschreiben Sie bitte die Petition an die ARD! Die „Lindenstrasse“ soll weiterleben!

Was bleibt von Angela Merkel

Kanzler Adenauer bleibt der Übervater der Bundesrepublik in schwerer Zeit. Er holte die letzten Kriegsgefangenen nach Hause und schaffte die Westintegration Deutschland, zunächst der Bundesrepublik. Erhardt, nur kurz Kanzler, strahlt als Vater des Wirtschaftswunders. Kiesinger …. mal überlegen. Willi Brandt, das klingt für mich auch heute noch nach Aufbruch und Öffnung. Er bleibt mit dem Wandel durch Annäherung zwischen Ost und West verbunden. Helmut Schmidt, der Retter Hamburgs, war als Kanzler auch ein Retter Deutschlands im Deutschen Herbst. Im Nachherein tue ich ihm Abbitte für den Nachrüstungsbeschluss. Helmut Kohl ist und bleibt verbunden mit der Einigung Deutschland und Europas, ein Staatsmann. Würde Stefan Zweig noch leben, er hätte seine „Sternstunden der Menschheit“ sicher um die Nacht erweitert, als Helmut Kohl mit seiner Hannelore an der Schreibmaschine den „X-Punkte-Fahrplan“ für die Wiedervereinung zu Papier gebracht hat. Gerhard Schröder hat die Agenda 2010 gewagt, damit Deutschland konkurrenzfähig gemacht und sich selbst aus dem Kanzleramt katapultiert.

Hut ab! Was bleibt von Angela Merkel? Stillstand, Ehe für alle, …..? Nochmal vier Jahre?

Stürmt die Hotlines und Callcenter

Es geht wohl vielen Zeitgenossen so: da hängt man am Telefon, weil man irgendeine Behörde, ein Krankenhaus, einen Arzt oder auch nur eine Service-Hotline eines Herstellers erreichen muss. Und was hört man? „Der nächste freie Platz ist Ihrer – Bitte haben Sie Geduld!“ – Ja, Geduld muss man haben, wenn sich die Angerufenen hinter irgendwelchen Automatenansagen verschanzen. Und man wartet und wartet …. „Bitte haben Sie etwas Geld!“. Die Kunden- oder Patientenabwehrstrategie funktioniert. Die Hälfte der Anrufer legt bereits nach 30 Minuten Wartezeit auf. Die andere Hälfte wartet weiter. Früher ging alles schneller, alles war persönlicher. Natürlich haben sich auch schon damals Angerufene mit dem Ausruf „Kollege ist gerade nicht da“ oder „Der macht Pause!“ aus der Affaire gezogen. Aber man hatte jemanden am Rohr. Heute dauert es Stunden, bis man überhaupt zu einem Menschen durchdringt

Und das Furchtbare! Fast alle Angerufenen halten es für intelligent in den vielen Pausen schnarrende Klänge durch den Hörer zu jagen, die sie für Musik halten. Wen man nach Stunden jemanden an den Hörer bekommt, dann hat man mindestes einen dauerhaften Hörschaden. Warum immer „Für Elise“ oder kosmische Streicher? Warum nicht mal einfach die Nachrichten, Hör‘ mol ’n beeten to oder Helene Fischer? Bei Ohrenärzten kann ich das ja noch verstehen. Die sorgen mit Elise gleich für neue Kunden ….

Nee, mal ehrlich, stürmt die Hotlines und Callcenter und reisst ihnen die Kabel raus! Ich will ein Wählscheibentelefon wieder haben!

Nochmal Haifischbecken

Jetzt, wo WannaCry Millionen Rechner befallen hat, erscheint es mir durchaus plausibel. Die Opfer werden dazu gebracht irgendetwas auf ihrem Rechner als Administrator auszuführen. Sie werden durch Mail-Anhänge oder durch Telefonanrufe aus „indischen“ Callcentern dazu gebracht. „This is Microsoft calling!“.

Sofern man Englisch versteht, hört man die Ankündigung, dass man nie wieder ins Internet könne – auf Lebenszeit. Ich kann mir vorstellen, dass manch einer da ins Grübeln gekommen ist und getan hat, was durchs Telefon „befohlen“ wurde. Von Seiten der Täter waren das alles Blindschüsse: die Anrufe waren auf Englisch, sie gingen davon aus, dass man Windows auf dem Rechner hat (nicht W10!) und sie ggingen davon aus, dass der Rechner zur Zeit des Anrufes mit dem Netz verbunden war.

Es ist natürlich nur eine Vermutung, dass diese merkwürdigen Anrufe im Zusammenhang mit der WannaCry-Aktion stehen.

Mitten im Leben …

Rick Parfitt, George Michael, Greg Lake, Fidel Castro, Leon Russel, Alfred „Aki“ Schmidt, Leonard Cohen, Oleg Popow, Carlos Alberto, Manfred Krug, Tamme Hanken, Shimon Perres, Hans Korte, Klaus Wellershaus, Günter Peter Ploog, Hilmar Thate, Jutta Limbach, Gene Wilder, Henning Voscherau, Walter Scheel, Joao Havelange,  Jana Thiel, Michael Cimino, Scotty Moore, Bud Spencer, Götz George, Rudi Altig,  Muhammad Ali,  Rupert Neudeck, Erika Berger, Peter Behrens, Walter Leisler Kiep, Margot Honnecker, Uwe Friedrichsen,  Andreas Beurmann,  Prince,  Hans Koschnik, Karl-Heinz von Hassel, Hendrikje Fitz,  Merle Haggard, Hans-Dietrich Genscher, Roger Cicero, Johann Cruyff, Guido Westerwelle, Hugo Strasser, Frank Sinatra, Keith Emmerson, Sir George Martin, Nancy Reagan, Hannes Löhr, George Kennedy, Peter Lustig, Umberto Eco, Boutros Boutros-Ghali, Roger Willemsen, Wolfgang Rademann, Lord George Weidenfeld, Glenn Frey,  Dan Haggerty, Ruth Leuwerik, David Bowie, Achim Mentzel, Maja Maranow …..

Ich habe sicherlich eine ganze Reihe von Menschen, die unserem Leben viel gegeben haben und die in diesem Jahr 2016 verstorben sind, vergessen. Sie mögen es mir verzeihen und in Frieden ruhen.

Die Grippewele rollt wieder

Mit vergleichsweise einfachen Mitteln lässt sich eine ganze Menge gegen Grippe tun. Man erspart sich und seiner Umwelt zwei, drei schlimme Wochen. Es gibt schliesslich die Grippeschutzimpfung.

Die können sich nicht erkältete Menschen – am besten in der Zeit Oktober/November – bei ihrem Hausarzt verabreichen lassen. Der Impfschutz ist dann nach etwa zehn bis 14 Tagen gegeben. Aber auch zur Jahreswende ist der kleine Pieks noch zu empfehlen. Häufig rollt eine Grippewelle auch erst im neuen Jahr durchs Land. Die durchschnittliche Impfrate der vergangenen Jahre ist noch nicht optimal. Nur rund 30 Prozent der Erwachsenen und etwa 50 Prozent der Über-60-Jährigen lassen sich gegen die Influenza impfen. Viele meinen einfach nur sie hätten gehört, dass es bei Impfungen ein großes Risiko gäbe oder sie kennen jemanden, der jemand kennt, der schon mal nach der Impfung flach gelegen hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass gerade sie zu den 0,5 Prozent der Menschen gehören, für die eine Grippeimpfung u.U. problematisch sein könnte, ist fast so hoch wie ihre Gewinnchance bei der Fernsehlotterie.

Wen die Grippe dann trotz aller Impf- und Hygienemaßnahmen doch erwischt, der muss einige Tage das Bett hüten und sollte den Kontakt zu Familienmitgliedern während der akuten Ansteckungsphase auf das Nötigste beschränken. Erkrankte sollten sich auch vom Arbeitsplatz fernhalten, schon aus Rücksicht auf die Kolleginnen und Kollegen. Und Lüften, lüften, lüften! Das ist auch unabhängig von einer Grippeerkrankung sehr zu empfehlen. Bei älteren Menschen kann man nur raten, wo es möglich ist, trotzdem bewegen, bewegen, bewegen.

Etwa Lust auf freiwilliges Engagement?

Die Menschen haben Lust auf freiwilliges Engagement, schreibt der Weser Kurier in seiner Ausgabe vom 30. September 2016. Jeder dritte Deutsche (36 Prozent) engagiert sich ehrenamtlich. Diese Zahlen hat das Bundesfamilienministerium 2009 mit einem Freiwilligensurvey ermittelt. Freiwillig Engagierte helfen in den verschiedensten Einrichtungen und setzen sich gemeinsam mit den hauptamtlichen Mitarbeitenden für die Belange der Menschen ein, die ihnen anvertraut sind. Das Ehrenamt vermittelt zwischen Staat und privatem Bürger, soll jedoch nicht die professionellen Berufe ersetzen. Schöne Worte!

Grundsätzlich erfreulich

Die Erfahrungen und Befürchtungen der hauptamtlich Mitarbeitenden sollten allerdings auch mal gehört werden, denn gerade sie investieren viel Zeit in die Einführung und Anleitung der freiwilligen Helfer. Sie tun das allerdings mit einem zwiespältigen Verhältnis zu der Thematik.

Verschiebung in die Ehrenamtlichkeit

Viele Aufgaben konnten früher von Hauptamtlichen erledigt werden. Diese Tätigkeiten machten die Berufe interessant und vielfältig. Mitarbeitende konnten zufrieden in den Feierabend gehen. Das war möglich bis viele Stellen oder Mitarbeiterstunden einfach weggekürzt wurden. Kein Geld, kein Geld, hiess es immer wieder – gerade so als ob man die Wirkung sozialer Hilfen mit dem Rechenschieber messen könnte. Es gab und gibt eine Verschiebung raus aus der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung hin zur „Ehrenamtlichkeit“. Wer aber kann von ehrenamtlicher Tätigkeit satt werden? Wer kann seine Familie ernähren? Das kann höchstens der „Kaiser“.

Auch Ehrenamt macht Arbeit

Es ist vieles dran an der Aussage, dass auch die Ehrenamtlichen Arbeit verursachen. Die bleibt wieder an den Hauptamtlichen hängen. Das ist umso ärgerlicher, wenn die Freiwilligen eigentlich keinerlei Bezug zu der Arbeit haben und nur ihre „soziale Kompetenz“ heraushängen wollen. Auch der durchaus berechtigte Frust der Freiwilligen kommt nie dort an, wo er hingehört, wenn die offiziellen Versprechungen auf die Wirklichkeit treffen.

Kontinuietät in der Planung

Es ist schwer mit der freiwilligen Hilfe zu planen. In den Niederungen des Alltags angekommen, stellen viele fest, dass ehrenamtliche Arbeit auch Arbeit ist. Es fehlt die gewisse Verbindlichkeit in der kontinuierlichen Arbeit. Es ist hier wie überall, am Ende zählt, was dabei herauskommt. Manche Ergebnisse oder Projekte, die in der Presse hochgejubelt werden, sind überflüssig, nicht alltagstauglich oder auf Show getrimmt, wenn sie auf die Realität treffen. Oder sie dienen als Portrait-Kulisse für den nächsten Wahlkampf.

Blick voraus

Diese Reihe liesse sich gewiss fortsetzen. Dennoch ist freiwilliges Engagement wertvoll für uns alle. Viele Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, sind dankbar für das Engagement der Freiwilligen und Ehrenamtlichen. Professionelle Hilfe für sie gibt es oft nicht oder wird nicht finanziert. Gerade für die vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben und Tätigkeiten im sozialen Bereich wird es irgendwann, vielleicht sehr bald schon, keine qualifizierten Mitarbeiter, mehr geben. Bezahlung, Arbeitsbedingungen und Ansehen in der Gesellschaft sind einfach zu schlecht. Dann ist es gut, wenn die Gesellschaft wenigstens teilweise die Lücken mit freiwillig Engagierten füllen kann.

Senior Discount Shoppers

Sechs ältere Herren, allesamt in den fortgeschrittenen 80er Lebensjahren, haben sich einen Wunsch erfüllt. Sie wollten einmal ein Musikstück aufnehmen. Sie haben also ihre Instrumente geschnappt, sich in einen geheizten Kelleraum einer Seniorenwohnanlage verzogen und mit leicht zittrigen Fingern losgelegt. Leider hatten sie vergessen auf den Aufnahmeknopf zu drücken. Ja, die moderne Technik unterscheidet sich doch sehr von der Aufnahmetechnnik aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein junger Helfer, der den Bundesfreiwilligen-Dienst ableistet, hörte das und zauberte sein Tablet herbei. Heraus kam eine MP3-Datei, die die sechs älteren Herren doch sehr ins Erstaunen versetzt hat. Der Aufnahmeabend wurde noch sehr lang, erst ein Obstler, dann noch einer, und es wurden Pläne geschmiedet für eine „Recording-Karriere“, wie sie es am Ende des Abends nannten. Das allererste Stück, was die Herrschaften aufgenommen (und gemixt) hatten, klang zwar etwas angestaubt und die Finger fanden nicht immer den Takt, aber es riecht nach mehr.

Hier die erste Aufnahme der Senior Discount Shoppers, so nennen sich die älteren Herrschaften, in Anspielung auf den Discountladen gleich neben der Seniorenwohnanlage. Ihren „Hit“ nennen sie ganz zeitgerecht „XAmen“. Hören Sie mal rein.