Die Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht wird verstärkt. Um zwei Vollzeiteinheiten soll die Aufsicht über die Heime in Bremen ausgebaut werden. Das entspricht einer Personalaufstockung um 17,5 Prozent. Bislang sind in diesem Bereich elf Personen mit einem Stundenumfang von 8,55 vollen Stellen tätig. „Die Aufgaben der Wohn- und Betreuungsaufsicht (WBA) sind gewachsen, die Zahl der Beschwerden hat zugenommen, der Beratungsbedarf in den Heimen ist gestiegen, und in die Landschaft der Anbieter steigen mehr und mehr große Konzerne ein“, sagte die Bremer Senatorin Stahmann. „Wir brauchen daher diese qualifizierten Kräfte in der Behörde, um auf Dauer sicherzustellen, dass pflegebedürftige Menschen in Bremer Heimen gut gepflegt werden und sicher leben können.“

Derzeit ist die Wohn- und Betreuungsaufsicht  zuständig für 191 stationäre Heimeinrichtungen im Land Bremen. Dazu zählen neben den klassischen Pflege- und Behinderteneinrichtungen auch z.B. stationäre Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und alle anderen Heime, die eine Häuslichkeit bieten. Die zusätzlichen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter sollen die Verantwortung für einen Teil dieses Fallbestandes übernehmen. So werden bei Kolleginnen und Kollegen Kapazitäten frei, damit neben anlassbedingten Kontrollen vermehrt auch anlasslose Regelprüfungen möglich werden, die gesetzlich vorgeschrieben sind. Auch, so meinen viele Kunden der Heime, sollte ruhig mal näher hingeschaut werden. Allzu oft werde über ganz offensichtliche Mängel, die nicht die Pflege betreffen, großzügig hinweggesehen. Eine der beiden neuen Stellen soll mit pflegefachlichem, die zweite mit verwaltungsrechtlichem Schwerpunkt besetzt werden.

Im Jahr 2016 hat die WBA rund 450 Mal vor Ort geprüft, in 200 Fällen war der Anlass eine Beschwerde. Die häufigsten Beanstandungen betrafen Personalmangel und – meist durch diesen Mangel bedingt – Mängel in der Behandlungspflege.

Gute Pflege und Betreuung sollten nicht vom Zufall abhängen