Fertighäuser sollen als Übergangsunterkunft dienen

Noch in diesem Jahr bekommt Grasberg (Kreis Osterholz) 20 weitere Flüchtlinge zugewiesen, für nächstes Jahr rechnet die Bürgermeisterin mit mindestens 100 Neuankömmlingen. Bis diese in angemieteten Wohnungen untergebracht werden können, sollen Fertighäuser als Übergangsunterkunft dienen. Sie werden von einem Fertighausproduzenten aus Worphausen geliefert, bestehen aus Holzwänden, die außen mit Aluminiumblech und innen mit Rigipsplatten verkleidet sind, und besitzen ein flaches Satteldach. Zwei dieser Häuser werden nebeneinandergestellt, aber mit einem Abstand. In diesem Zwischenraum werden die Badezimmer angeordnet. Die Grundfläche beträgt 180 Quadratmeter, aufgeteilt sind die Container in vier Einheiten für je sechs Personen. „Das einzige Problem, das wir noch nicht gelöst haben, ist Wäschewaschen“, erklärte Marion Schorfmann. Die Badezimmer seien recht klein, aber vielleicht passe doch eine kleine Waschmaschine hinein. (WK)

Die Entscheidung für den Standort an der Reithalle am Kirchdamm kommt nicht von ungefähr. Auf dem gemeindeeigenen Grundstück stand bis vor zwei Jahren ein am Ende marodes Wohnhaus, das abgerissen wurde. Die Anschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom sind nach wie vor vorhanden und lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand wieder herstellen. Die Gemeinde will die geplanten Unterkünfte auf einer Fläche zwischen Reithalle und Tennisverein nicht verstecken. Zum Kirchdamm soll eine Sichtachse geschaffen werden, sodass die Wohnungen von der Kreisstraße aus einsehbar werden.

Bei der Betreuung der Flüchtlinge setzen die Beteiligten auf ein gut funktionierendes Netzwerk. Das lokale Bündnis für Familien verfügt über entsprechende Erfahrungen. Darüber hinaus will die Verwaltung weiter alle eigenen Ressourcen ausreizen. Die Rathausmannschaft wird nach Auskunft von Bürgermeisterin Schorfmann ab Mitte November durch eine zusätzliche Kraft verstärkt, die sich vor allem um Wohnraum für Flüchtlinge kümmert.

Mit der Entscheidung für die Mobilbauten an der Reithalle haben die Entscheidungsträger gleichzeitig eine andere Option verworfen. Die Alternativen, Nutzung von Sporthallen und Umwidmung von Dorfgemeinschaftshäusern, sollen in Grasberg vermieden werden.

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