Sänk ju för trafelling wis BSHG

Gut ein Jahr nach dem Start der Linie 4 in Lilienthal richtet die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) wieder einen Info-point ein – diesmal, um die Lilienthaler über Tickets und Tarife, Routen und Fahrpläne zu informieren. Am Sonnabend, 5. September, wird die Auskunft in der Alten Apotheke gleich hinter dem Ärztehaus an der Hauptstraße eröffnet. Bis zum 31. Oktober beantworten Service-Kräfte Fragen der Lilienthaler. Doch kann man im Infopoint auch alle Tickets kaufen. Das Ziel der BSAG ist klar: Sie will neue Kunden gewinnen. Wie viele sind schon eingestiegen?

Wie haben sich die Fahrgastzahlen in den vergangenen Monaten entwickelt? Bei diesen Fragen hält sich die Bremer Straßenbahn AG allerdings bedeckt. Vielleicht aus gutem Grund.

Als Bremer, zumindest ehem. Bremer, ist mir die Strassenbahn und das Strassenbahnnetz durchaus vertraut. Bob und Mia und wer sonst noch sagen mir als Autofahrer wenig und auch die Ticketpreise kann ich nicht im Schlaf murmeln. Von Adolphsdorf aus fahre ich nicht nach Falkenberg, sondern nach Borgfeld, um mit der Linie 4 durch Horn und Schwachhausen zu gondeln. Das spart den Zuschlag. Erst kürzlich stand ich mal ganz vorne, wo man früher als Barzahler einstieg, und bemerkte, dass die Tür einen Griff hat. Der Fahrer rief leicht säuerlich durchs Glas und beseelt vom Servicegedanken „Steigen Sie da ein wo alle einsteigen!“ – Schön und gut, aber da stieg niemand ein oder aus. Irgendwann war ich im Inneren der Bahn angekommen und stand vor einem dieser „elektronischen Schaffner“, Baujahr 2001, gleich nach Windows ME. Und tatsächlich, der schluckte Geld und spuckte dafür ein gedrucktes Ticket aus, nachdem man sich im mitleidig belächelten Schnellkurs mit der Technik vertraut gemacht hat. Was macht da nur ein Mensch, der nicht lesen kann, oder Hemmungen hat auf Glasscheiben herumzugrabbeln?

Letztendlich bin ich an- und wieder zurückgekommen. Warum auch nicht, denn es nutzen ca. 3000 Personen täglich die Strecke Falkenberg bis Bremen HBF und weiter. Sicherlich will die BSAG auch mehr über die Kundenzufriedenheit erfahren. Denn nur zufriedene Fahrgäste kommen wieder und bringen vielleicht noch ein paar andere mit.

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