Falsch verstandene Tierliebe

Miauende Katzen wecken beim Menschen oft Fürsorgegefühle. Oft genug wird Futter dann einfach in die Landschaft gestellt, in der Meinung etwas Gutes zu tun. Dabei ist genau das grundverkehrt. Katzen sind in erster Linie Allesfresser und sie sind auf den Ort und in der Regel nicht auf Menschen fixiert.  Wenn also an einem Ort immer wieder Fressen zu finden ist, dann spricht sich der Ort in Katzenkreisen herum.

Der Planungsausschuss empfahl in seiner jüngsten Sitzung dem Grasberger Gemeinderat, dem Beispiel von Lilienthal zu folgen und eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen einzuführen. Schon vor drei Jahren hatte sich der Ausschuss mit dem Thema befasst, eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht aber verworfen. Zunächst sollten Erfahrungen anderer Kommunen abgewartet werden. Diese liegen inzwischen vor: Die Gemeinde Lilienthal hat im Jahr 2013 eine derartige Satzung erlassen. In Lilienthal hat sich gezeigt, dass die Verordnung hilfreich ist, bei gegebenem Anlass Katzenhalter auf ihre Pflichten hinzuweisen und notfalls ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit einzuleiten. Damit hält sich der mit der Verordnung verbundene Aufwand für die Verwaltung in Grenzen.

In den vergangenen Monaten wurden im Grasberger Gemeindegebiet zahlreiche Fundkatzen vom Tierschutzverein aufgenommen. Immer wieder würden wildlebende Katzen von Anwohnern gefüttert und mit ihrem Nachwuchs irgendwann beim Tierschutzverein abgegeben. Deshalb soll als Halter auch jemand gelten, der wildlebenden Katzen regelmäßig Futter hinstellt. Damit wird diese Person dafür zuständig, die Katze auf ihre Kosten kastrieren zu lassen.

Wer seine am und im Haus lebenden Katzen odentlich sterilisieren bzw. kastrieren lassen hat, muss sich keine Sorgen machen. Ein KFZ-Schild (Katzen-Funktions-Zeichen) der Gemeinde wird nur benötigt, wenn die Katzen das Grundstück verlassen.